
Bild: Maurice K. Grünig, Entlastungsdienst Schweiz, 2025
DANKE für rund 126 Millionen Stunden unbezahlte Arbeit
Für das grosse Engagement, das betreuende Angehörige tagtäglich und meist im Stillen leisten, hat sich die Schweiz am Donnerstag, 30. Oktober 2025 bedankt. Mit verschiedenen Aktionen wurde auf den Einsatz und die Bedürfnisse betreuender Angehöriger aufmerksam gemacht. Der Entlastungsdienst Schweiz und weitere Organisationen setzen sich dafür ein, dass diese wichtige Arbeit die Anerkennung erhält, die sie verdient.
Anlässlich des Aktionstages finden in der ganzen Schweiz Veranstaltungen und Aktionen statt. Wir bieten eine Übersicht.
Fokusthema 2026:
Betreuende Angehörige leisten einen unverzichtbaren Beitrag, damit Menschen mit Unterstützungsbedarf möglichst lange und selbstbestimmt im gewohnten Umfeld leben können. Dieser Einsatz verdient Sichtbarkeit. Doch betreuende Angehörige brauchen mehr als Dank und Anerkennung. Sie brauchen Unterstützung, auf die sie sich verlassen können. Frühzeitige und bezahlbare Angebote helfen, Überlastung zu verhindern und die Gesundheit der Angehörigen zu bewahren.
Für viele Betroffene stellt die Finanzierung von Entlastung aber eine grosse Herausforderung dar. Während Pflegeleistungen teilweise über die Krankenversicherung abgerechnet werden können, müssen die Kosten für Betreuung häufig selbst getragen werden.
Mit der Anpassung des Ergänzungsleistungsgesetztes (ELG) soll die Finanzierung von Hilfe und Betreuung zuhause verbessert werden. Ab dem 1. Januar 2028 sind für Menschen mit Ergänzungsleistungen zur AHV oder IV neue Betreuungspauschalen vorgesehen. Wie wirksam die neuen Leistungen sein werden, hängt wesentlich von der kantonalen Umsetzung ab.
Rückblick: Nationale Tagung 2025
Der Entlastungsdienst Schweiz fordert konkrete Massnahmen für mehr Entlastung, finanzielle Absicherung und Anerkennung für betreuende Angehörige

Betreuende Angehörige leisten täglich unbezahlte Arbeit von unschätzbarem Wert – für ihre Liebsten und für die Gesellschaft. Der diesjährige Tag für betreuende Angehörige rückt die ökonomische Bedeutung dieser Care-Arbeit in den Mittelpunkt. Denn Betreuung ist nicht nur eine persönliche Aufgabe, sondern ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Während viele betreuende Angehörige selbst mit finanziellen Einbussen zu kämpfen haben, entlastet ihre unbezahlte Arbeit die öffentliche Hand erheblich. Eine moderne Wirtschaftspolitik darf diese unbezahlte Care-Arbeit nicht länger ausblenden. Es ist Zeit, dass diese Leistung besser anerkannt, abgesichert und unterstützt wird.
Der Entlastungsdienst Schweiz und das Büro für Feminismus veranstalteten am Donnerstag, 30. Oktober eine nationale Tagung für betreuende Angehörige, Interessierte, Politiker:innen und Fachpersonen im Paul Klee Zentrum in Bern.
